Herrschaftszeiten, gibt´s denn nur noch Irre? Und warum kann Ihnen kein Einhalt geboten werden?
Der Herr Schell ist, und da werden mir viele recht geben, ein größenwahnsinniger Profilneurotiker, der jahrelang die von den Mitgliedern seiner Splittergewerkschaft gewünschten und sicherlich auch berechtigten Verbesserungen ihrer wirtschaftlichen Situation (ich möchte vom Gehalt eines Lokführers keine Familie ernähren müssen) verschlafen hat und jetzt, kurz vor dem Ruhestand, noch einmal auf sich aufmerksam machen möchte. Und was ist mit Ihnen? Womit können Sie die ca. dreihundertprozentige Erhöhung Ihrer Bezüge innerhalb weniger Jahre rechtfertigen? Mit unternehmerischer Kompetenz, und dazu gehört insbesondere das Verständnis für das eigene Geschäft, sicherlich nicht.
Unbestritten ist, dass ein Unternehmen, unabhängig von dessen Eigentümerstruktur, Gewinne erwirtschaften muss. Dies gelingt aber langfristig nur dann, wenn es sein Geschäft im Interesse seiner Kunden betreibt. Im Falle eines Logistikdienstleisters bedeutet dies, dass die beworbenen Leistungen auch erbracht werden können. Was aber war Ihre Geschäftspolitik der letzten Jahre? Einsparungen! Koste es, was es wolle! Kapazitätsvernichtung! Die Instandhaltung einer Weiche kostet die Bahn vielleicht ein paar Tausend Euro im Jahr. Was aber kostet es, wenn diese Weiche nicht mehr vorhanden ist, dadurch ein ICE einen Güterzug nicht überholen kann und durch die somit entstehende Verspätung Geschäfte nicht zustande kommen? Sie natürlich nichts. Den betroffenen Fahrgast vielleicht Millionen ...
Als Bahnkunde sehe ich: teure Prestigeprojekte. Eine schnelle Verbindung von, zum Beispiel, Köln nach Frankfurt ist ja nett - wenn ich aber von Mainz nach Bonn will, darf ich mir nach wie vor ausgiebig das landschaftlich durchaus reizvolle Rheintal anschauen. Und hoffen, dass keine verspätete Regionalbahn meinen Intercity behindert - denn Ausweich- und Überholungsmöglichkeiten wurden in den letzten Jahren systematisch abgebaut. Dies wirkt auch im Falle von Bauarbeiten aus: findet endlich einmal eine Erneuerung maroder Gleise statt, führt dies unweigerlich zu gravierenden Verspätungen (mittlerweile werden diese, halbwegs kundenfreundlich, wenigstens in Form von Fahrplanänderungen vorher bekanntgegeben).
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass auf einer Strecke von ca. 30 km die Bahnhöfe soweit zurückgebaut wurden, dass von ursprünglich 5 Möglichkeiten zum Gleiswechsel nur noch zwei vorhanden sind. Wenn dann auf dieser Strecke gebaut wird, bedeutet dies, dass die Hälfte aller Züge entfallen muss, da keine freien (in Ihrer Sprache heißt das vermutlich "überflüssigen") Kapazitäten mehr vorhanden sind.
Gewinnt bzw. hält man auf diese Weise Kunden? Schafft man so Wachstum?
Kurze Rede, langer Sinn: Im Interesse kurzfristiger Gewinnmaximierung wurden Kapazitäten vernichtet, die jetzt, in einer Phase des Aufschwungs, eigentlich benötigt würden, aber zum Teil nur mit erheblichem Investitionsaufwand wieder hergestellt werden können. Gleiches gilt für den Fahrzeugbestand: lieber werden vermeintlich nicht mehr benötigte Lokomotiven verschrottet, als sie an Mitbewerber zu verkaufen. Anders ausgedrückt: Sie versuchen, auf Kosten des Steuerzahlers, Mitbewerber zu verdrängen. Nein. Nicht nur das. Sie vernichten öffentliches Vermögen. Nämlich das der Eigentümer ihres Unternehmens. Und wie bitte wollen Sie Investoren dazu bewegen, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, dass ihr Vermögen vernichtet? Dass seine zukünftigen Marktchancen eigentlich schon längst beerdigt hat? Na?
Und das Rauchverbot in Fernzügen dient auch nicht dem Schutz nichtrauchender Fahrgäste - der wäre zumindest im ICE durch die Raumaufteilung schon gegeben - nein, ich bin mir sicher, dass irgendjemand mit enormem Zeit- und Kostenaufwand ausgerechnet hat, was die Leerung der Aschenbecher jährlich kostet...
Da ich davon ausgehe, dass Sie dies nicht lesen, erwarte ich auch keine Antwort. Auch wenn die deutsche Volkswirtschaft über Ihren baldigen Rücktritt sicher nicht traurig wäre.
Meint
Kurt Kugelrund
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1 Kommentar:
Lieber Herr Kugelrund,
lieber Herr Mehdorn,
ich geb Ihnen, Herr Kugelrund, in den allermeisten Punkte recht - auch damit, dass Sie sich aus dem Berufsleben zurückziehen sollten Herr Mehdorn. Sie wissen: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Dann wär die Sache mit dem Schell wahrscheinlich auch bald gegessen und Sie zwei beiden, als Sie Herr Mehdorn und der Herr Schell, könnten sich in der neuen Trendsportart duellieren, von der ich den Namen vergessen hab. Jedenfalls geht man dazu in den Wald und beschießt sich gegenseitig mit Farbe.
Wenn Sie mögen Herr Mehdorn, dann setzen wir uns einfach mal zusammen, rein dienstlich natürlich, nicht was Sie jetzt vielleicht denken mögen. Und dann besprechen wir einfach mal, was sich mit mir als Ihrer Nachfolgerin zum Guten hin ändern könnte. Ich bin mir sicher, wir können den Aufsichtsrat überzeugen.
Wenn Sie aber sagen "Och nö, ne Frau..." dann wünsch ich mir als Ihren Nachfolger mindestens so ein Schnuckelchen wie den Réne Obermann von der Telekom. Gut, den hat sich jetzt die Maybrit Illner geschnappt, aber dennoch kann sich die Nation, wenn schon nicht an cleverer Strategie, zumindest an der schmucken Erscheinung des Telekom-Obergurus erfreuen.
Wobei ich zugeb, eines haben Sie Herr Mehdorn und der Herr Obermann gemeinsam - das Problem, einen recht trägen Beamtenhaufen, der noch immer einen wesentlichen Teil der Belegschaft ausmacht, zu motivieren. Als Kerl könnense das aber quasi vergessen, da nutzt es Ihnen auch nicht, die gleiche Augenhöhe vorzutäuschen, da wär vielmehr weibliche Intuition und echte Menschlichkeit gefragt...
Ich will aber nun den Blog des Herrn Kugelrund auch nicht länger strapazieren. Sollten Sie noch Fragen haben, dann werden Sie sicher clever genug sein, meine Kontaktdaten rauszufinden.
Tschüß
die Uschi Urlaub
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